HeidelBergheim

Montag, 31. August 2009

Ästhetik. (2)

Ich sitze mit dem Vorhaben, zu abend zu speisen in Schriesheim vor einem italienischen Café. Hier gibt es die beste Bruscetta die ich in meinem bisherigen, kurzen Leben genießen durfte.


Bis auf eine Wespe, die nur die Spitze des Eisberges sein wird weckt zunächst nichts meine Aufmerksamkeit. Zunächst.

Leider ist die Bedienung nicht nur unfreundlich, inkompetent und erst nach dreimaligem Rufen präsent, sondern auch mit überdimensionierten Schweißringen bestückt. All das tangiert mich jedoch kaum, da ich selbst an diesem Abend nicht gerade auf Kommunikation aus bin und so ignoriere ich das alles und freue mich auf meine Bruscetta und den darauffolgenden Espresso.

Was mir den Aufenthalt wirklich schwer erträglich macht ist zunächst ein Paar mittleren Alters. Beide adipös, beide unglaublich unvorteilhaft gekleidet, stehen sie plötzlich am Tisch neben mir und diskutieren lautstark darüber, ob sie nun den Tisch für zwei oder für vier Personen besetzen sollten. Außerdem sei es eine Frechheit, dass die Sitzgelegenheiten hier so eng gestaltet seien. Ich verkneife mir jeglichen Kommentar, obwohl ich gute Lust hätte ihnen meinen doch sehr zentral gelegenen Platz ein wenig spöttisch anzubieten. Es besteht an diesem abend grundsätzlich das Risiko, in einem Anfall gallopierenden Wahnsinns Dinge zu tun, die ich später sicher bereuen würde.

Kaum habe ich diese Situation gemeistert und meinem inneren Drang widerstanden, folgt die nächste Prüfung meiner selbst: Zwei junge paare, beide mit kleinen, schreienden Accesoiren bestückt, betreten das Lokal. Nun mag man der Meinung sein, dass es abwertend sei, Kinder als Accesoires zu bezeichnen. Ist es auch. Aber genau das waren sie, zumindest für die beiden Paare. Am Ende des Abends wusste ich nicht mehr, welches der Kinder zu welchem Paar gehörte und wer mit wem und überhaupt. Was sie taten war: Schreien. Ich habe mich wieder zügeln können und war nicht minder stolz als bereits zu Beginn.

Das ältere Paar, dass sich gefühlte zwei Stunden von der Bedienung zwecks Eissortenauswahl beraten und über Inhaltsstoffe informieren lies, bildete den krönenden Abschluss meiner Odysee.

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3 Kommentare:

Am/um 3. September 2009 08:40 , Anonymous Anonym meinte...

da will man zu abend essen. in einem café. bruscetta. wenn auch die beste des lebens. und dann diese umgebung.

...jetzt ist mir einiges klar. und ich weiß auch, wem es noch so gehen würde, wenn er es lesen könnte.^^

 
Am/um 3. September 2009 18:21 , Blogger Yann meinte...

Ich bin mir sicher, zwischen den Zeilen lesen können zu müssen. Aber ich kann es nicht. Klären Sie mich auf!

 
Am/um 5. September 2009 02:01 , Anonymous Anonym meinte...

sowas...ich dachte, es wäre eindeutig.

gut, dass ich die zahl - die vordergründig mein schreiben beeinflusste - nicht vergessen habe.

es war eine zahl mit drei ziffern, einer nachkommastelle, die quersumme war 10.

ich hoffe, ich konnte klarheit schaffen?!

 

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