Heil!
Am Mainzer Bahnhof hat entweder irgendjemand irgendetwas ganz gewaltig falsch verstanden oder seinem unbändigen Zynismus freien Lauf gelassen.
So sieht das auch der rauchende Tarnmusterjackenträger, der, mittags um halb zwei sein erstes (?) Köstritzer Schwarzbier trinkend, meine fotografischen Aktivitäten beobachtet.
"Wasn Idiot, der dass da geschrieben hat! Eigentlich müsste da "Heil dem deutschen Reiche" stehen!"
Seine Argumentation als durchaus schlüssig erkannt, wähle ich den Weg der Zustimmung mittels heftigen Nickens, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass der gute Mann ca. zwei Meter größer ist als ich und Köstritzer Schwarzbier um halb zwei am Mittag trinkt. Leider glaubt er aufgrund meiner Zustimmung ganz offensichtlich, dass er in mir einen neuen Freund gefunden hat und beginnt damit, die komplette halbe Stunde Wartezeit die noch verbleibt damit, mich zuzutexten.
Praktischerweise ziehen just in diesem Moment auf der Brücke die Mannschaftsbusse des FSV und der Hannoveraner vorbei, womit praktischerweise auch gleich ein Gesprächsthema gefunden scheint.
Über Politik reden wir allerdings nicht mehr, ich hätte im Nachhinein allerdings sehr an mir interessiert gerne meine Naziqualitäten ausgetestet.
Labels: Alkohol, Fußball, Land, Menschen, Sprache, Vorurteile, öffentliche Verkehrsmittel

3 Kommentare:
Robert Enke ist tot.
Das geistert umher, durch die Münder der Mitschüler, man schnappt es in Gesprächen von Passanten auf, man wird mit spätabendlichen Telefonanrufen terrorisiert.
Und nun steht es auch hier.
Ich persönlich habe bevor er nun gestorben ist nicht mal gewusst, dass er existiert.
Was ich damit sagen möchte?
Ich weiß auch nicht. Jedenfalls wäre es schöner gewesen zu lesen "Robert Enke lebt."
Ich komme mir vor wie ein Elendstourist. Faszination der schlechten Nachrichten.
In diesem Sinne:
Der König ist tot, es lebe der König.
Nun, was soll ich dazu sagen? Zunächst einmal, dass ich die Kommentarlandschaft in diesem meinem Blog als äußerst schwer empfinde, nicht erst seit diesem Kommentar.
Ansonsten empfinde ich diesen Raum als äußerst unpassend, um eine grundsätzliche Debatte zu führen, ehrlich gesagt erst recht, wenn ich ins Nichts/die Anonymität hinein debattiere.
Sollte ich Sie mit diesem Tweet enttäuscht haben, tut es mir Leid und ich hoffe, Sie nicht als Leser zu verlieren.
Es tut mir leid, wenn mein Kommentar als Enttäuschung über den Tweet empfunden wird.
Es klang scheinbar negativer als es ursprünglich gemeint war und zudem in einem Zusammenhang, den ich sicher so nicht andeuten wollte.
Es war eher eine Kritik an der Schnelllebigkeit der Medien und des eigenen Interesses an guten, aber eben alltäglichen Botschaften... Und der Verbitterung über die Erkenntnis, dass sich das -aus nachvollziehbaren Gründen- weder im großen Ganzen, noch im kleinen Persönlichen ändern wird.
Aber ich gebe Ihnen vollkommen recht, diese Diskussion ist hier kaum angemessen.
Mit freundlichen Grüßen und einem großen Kompliment bezüglich des Blogs im Allgemeinen verbleibt die Anonymität. (Die, wenn sie sich schon so anbietet, zu verlockend ist, um ihren Reizen zu widerstehen.)
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