HeidelBergheim

Mittwoch, 11. November 2009

Spezies: Mensch des 21. Jahrhunderts

Hauptbahnhof Heidelberg, Sonntag Nachmittag. Zunächst erscheint mir alles wie gewohnt, ich schlendere durch die Überführung in Richtung Bahnhofshalle, ergötze mich an der Lächerlichkeit meiner ständigen Angst um wertvolle Minuten bezüglich des Umsteigens am nächsten Bahnhof und stocke plötzlich, als ich feststelle, dass die Bahnhofshalle ungewöhnlich voll ist.


Eine kleine Ansammlung von Menschen, die nicht so aussehen als gehörten sie zusammen, verstopft mit stoischem Blick in ein und die selbe Richtung den Weg zum Vorplatz. Nachdem ich mich durch die Massen gekämpft habe und schon fast an meinem vorläufigen Ziel angelangt bin, überlasse ich meiner Sensationsgeilheit für einen kurzen Moment die Kontrolle über meine Ratio. Mein Kopf schwenkt also unweigerlich nach rechts, um eine kleine Nische in der Masse zu finden und zu entdecken, was so interessant scheint:

In einem Radius von circa fünf Metern haben Polizisten mittels Absperrband einen herrenlosen Koffer gesichert und sind jetzt hauptsächlich damit beschäftigt, die Passanten zum Weitergehen zu animieren. Sofort verlasse ich fluchtartig den Bahnhof und kann mir einige verachtende Gedanken nicht verkneifen.

Wie kann man denn regungslos das verantwortliche Objekt seines möglicherweise kurz bevorstehenden, noch dazu äußerst unschönen, Todes minutenlang anstarren?

Oder anders gefragt: Wie kann man denn stundenlang aktiv die Verbreitung eines unerforschten Virus mittels karnevalesken Rumleckereien an fremden Gläsern, Mündern und Schleimhäuten am ganzen Körper unterstützen?

Und zu guter Letzt: Wie kann man denn dann noch von sich behaupten, die Krone der Schöpfung/der zufällig existierenden Realität und zu allem Überfluss auch noch intelligent zu sein?

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Dienstag, 29. September 2009

Natascha

Aus gegebenem Anlass sinniere ich über die Vor- und Nachtteile von Dominikaner Pils in Dosen. Etwas wässrig schmeckt es vielleicht, spätestens nach 1 1/2 Dosen interessiert den Konsumenten dies allerdings etwa genauso wenig wie der Kohlensäuregehalt im Bier.


1,14 Euro, exakt abgezählt in rotbraunen Münzen und Restbeständen an Leergut, bezahlen der Rheinländer und ich in der Araltankstelle an der Bergheimer Straße, da die Esso um die Ecke schon geschlossen hat. Nachdem wir beide zunächst jeweils eine große Dose Faxe anstrebten, um den Abend in der Platte so würdig wie möglich zu gestalten, wies uns die zugegeben etwas entnervt wirkende junge Frau hinter der Kasse darauf hin, dass uns exakt 19 Cent fehlten.

Trotz absolut nüchterner und äußerst schlüssiger Argmentationsstränge unsererseits scheiterten wir allerdings an ihrer kruppstahlharten betriebswirtschaftlichen Denkweise und griffen so zum wohlgeschätzten Dominikaner Pils.

Hätte ich nicht knapp einen Liter dieses Klosterbräus intus, würde ich diesen Post wohl gar nicht senden.

Ursprünglich hatte ich sowieso nur geplant, schnippisch danach zu fragen, was Sie, werte Leser, wohl für einen Beruf hinter bzw. in (dem Namen) Natascha vermuten. Natürlich nur in Verbindung mit der grafischen Darstellung mittels Pfeil.

Dass der Rheinländer sich mit dem Lüften seiner äußerst geschmackvollen Hiphopkappe in die Nacht verabschiedet, spricht wohl für sich.

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Sonntag, 13. September 2009

Überlebenstips

Sollte einer von Ihnen das Fahrrad auch für Strecken nutzen, die eine Länge von 5 Kilometern überschreiten, empfehle ich Ihnen, die Gefahr eines Wetterumschwungs NIEMALS zu unterschätzen.


Sollten Sie trotz allem trockenen Rades am gewünschten Zielort angekommen sein und der Wettergott zur Heimreise keine Gnade walten lassen, so bleiben Ihnen exakt zwei Möglichkeiten:

1. Suchen Sie sich eine Möglichkeit zum Verweilen. Freunde, Bekannte, Feinde oder Penner, die noch ein Plätzchen unter der Zeitung frei haben. Übernachten Sie, machen Sie sich einen Tee, schauen Sie fern, suchen Sie sich einen Sexualpartner in der Nähe oder vertreiben Sie sich sonst auf irgendeine Art und Weise Ihre Zeit bis zum nächsten Morgen.

2. Fahren Sie nach Hause. Durch den Regen. Im Idealfall haben Sie Jacken, Hüte, Windschutzscheiben und vor allem Schutzbleche in der Hosentasche.

Warum nicht unterstellen? Ganz einfach: Es wir nicht aufhören zu regnen. Die ganze Nacht nicht. Deshalb Übernachtungsmöglichkeit suchen.

Trotzdem wird es selbstverständlich aufhören zu regnen, wenn Sie gerade in Begriff sind, die Haustüre Ihres kalten Heimes zu öffnen, sollten Sie doch im Regen nach Hause gefahren sein.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls Erfolg bei diesem Unternehmen und werde mir jetzt einen weiteren Brennnesseltee machen. Ein ganz wunderbares Wort.

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