HeidelBergheim

Dienstag, 9. Februar 2010

Das machst du aber gut!

Die Pädagogik an sich ist ja auch wissenschaftlich ein überaus interessantes Gebiet, das dem Menschen noch immer Rätsel aufgibt. Man kann natürlich gezielte Manipulation vorwerfen, über fragwürdige Methoden diskutieren usw. Was jedoch immer noch das Unterhaltsamste an dieser Wissenschaft für sich darstellt, sind definitiv die Widersprüche im Handeln selbsternannter Erziehungsprofis wie eher ungeeigneten Eltern.


Für eine fröhliche, studentische, rücksichtslose und äußerst ignorante Feierei fehlte uns also so gegen 23:30 Uhr noch ein probates Mittel, um die eigenen Sinne zu vernebeln bzw. das eigene Bewusstsein ein wenig ins Unkontrollierbare zu befördern. Nachdem wir an der Shell um die Ecke uns mit entsprechenden Mittelchen eingedeckt hatten, fiel uns auf dem Rückweg eine Frau auf, die ihre beiden Sprösslinge über den Zaun neben besagter Tankstelle klettern ließ. Etwas verdutzt warteten wir auf eine gehörige Standpauke, Hinweise darauf, das man so etwas einfach nicht macht und das die beiden Jungs ganz ganz böse Menschen sind.

Nichts dergleichen, alles was uns zu Ohren kam war folgendes:

"Ganz prima, das könnt ihr aber toll!"

Das die Jugend also in die Illegalität abdriftet kann für mich nicht mehr unbegründet bleiben.

Unsere fröhliche, studentische, rücksichtslose und äußerst ignorante Feierei blieb dabei natürlich vollkommen legal.

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Freitag, 4. September 2009

Unverschämte urbane Probleme


Ich stelle mir gerne vor, wie dieser arme Mensch Tag für Tag früher aufsteht, im Dunkel der aktuell nasskalten Seitengassen in Heidelbergs Altstadt gegen 4:30 Uhr in der Früh lauert, bis ein Schatten an der Häuserwand auftauch und blitzschnell an ihm vorbeihuscht. Im Gepäck hat er die Süddeutsche, ein Bildungsbürger, der den Kick sucht.

Denn mal ehrlich: Welcher Kleinkriminelle liest denn tatsächlich die Süddeutsche? Würde er die Bild oder den Express stehlen, so sähe man zumindest das Klischee bestätigt. Aber die Süddeutsche?

Wie man es auch dreht und wendet, eigentlich kommt nur ein Schluss in Frage: es muss etwas persönliches sein.

Bei uns jedenfalls, aufm Dorf, damals, hätte es sowas nicht gegeben! Vielleicht sollte der Geschädigte sich einfach einen geschlossenen Briefkasten zulegen.

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Freitag, 28. August 2009

Ästhetik.

Fettige Haare, übergroße Sonnenbrille (nein, keine Piloten- bzw. Pornobrille), die die Augenringe verdeckt, fleckige Hose und ausgelatschte Schuhe. Einem Obdachlosen zumindest näher als einem Geschäftsmann (wobei ich heute wieder diverse Obdachlose mit maßstabslos ungepflegterem Erscheinungsbild beobachten durfte).


Rahmenfarbe des Fahrrads: Lila. Ein Stadtrad, allerdings kein sehr stylisches, da es sich um ein Herrenrad handelt. Klare, einfache Linien, kein gebogener Lenker oder sonstiger Schnickschnack, der das angeblich so verhasste typische Studentenrad (meist von Peugeot) dann doch so liebenswert erscheinen lässt. Ich frage mich sowieso, warum alle immer von ihren "scheiß Klapperkisten" reden, eigentlich wollen sie doch gar kein neues, funktionierendes Rad.
Zurück zum lila Rad: Die Griffe sind abgewetzt, der hintere Reifen steht kurz vor der Kapitulation ob der unangenehm hohen Bordsteine und der Gepäckträger war nie wirklich einer. Das Vorderlicht flackert nur noch unter dem ständigen Stöhnen und Ächzen des Dynamos.

An der Lenkstange hängt eine Packung Klopapier, aus dem Rucksack (das einzig hochwertige und ernstzunehmende Attribut in dieser Szenerie) des Fahrers reckt sich der Enge und Dunkelheit entfliehend ein kümmerlicher Bund Schnittlauch und mit der linken Hand transportiert der etwas unsicher wirkende junge Mann eine Packung Eier, die dem Erdboden bereits näher als der Pfanne erscheinen.

Das alles bin natürlich, Sie ahnten es bereits, ich selbst.

Einkaufen mit dem Fahrrad (vor allem ohne Körbchen) will gelernt sein!

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