Fettige Haare, übergroße Sonnenbrille (nein, keine Piloten- bzw. Pornobrille), die die Augenringe verdeckt, fleckige Hose und ausgelatschte Schuhe. Einem Obdachlosen zumindest näher als einem Geschäftsmann (wobei ich heute wieder diverse Obdachlose mit maßstabslos ungepflegterem Erscheinungsbild beobachten durfte).
Rahmenfarbe des Fahrrads: Lila. Ein Stadtrad, allerdings kein sehr stylisches, da es sich um ein Herrenrad handelt. Klare, einfache Linien, kein gebogener Lenker oder sonstiger Schnickschnack, der das angeblich so verhasste typische Studentenrad (meist von Peugeot) dann doch so liebenswert erscheinen lässt. Ich frage mich sowieso, warum alle immer von ihren "scheiß Klapperkisten" reden, eigentlich wollen sie doch gar kein neues, funktionierendes Rad.
Zurück zum lila Rad: Die Griffe sind abgewetzt, der hintere Reifen steht kurz vor der Kapitulation ob der unangenehm hohen Bordsteine und der Gepäckträger war nie wirklich einer. Das Vorderlicht flackert nur noch unter dem ständigen Stöhnen und Ächzen des Dynamos.
An der Lenkstange hängt eine Packung Klopapier, aus dem Rucksack (das einzig hochwertige und ernstzunehmende Attribut in dieser Szenerie) des Fahrers reckt sich der Enge und Dunkelheit entfliehend ein kümmerlicher Bund Schnittlauch und mit der linken Hand transportiert der etwas unsicher wirkende junge Mann eine Packung Eier, die dem Erdboden bereits näher als der Pfanne erscheinen.
Das alles bin natürlich, Sie ahnten es bereits, ich selbst.
Einkaufen mit dem Fahrrad (vor allem ohne Körbchen) will gelernt sein!
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